22.08.2017, 05:46 Uhr » Versicherung/Leistungen
Ein neues Rad für den Paralympics-Teilnehmer
Ein neues Rad für den Paralympics-Teilnehmer

Ein neues Rad für den Paralympics-Teilnehmer Hans-Peter Durst

Noch mal ein bis zwei km/h schneller

Silber bei den Paralympics in London, jetzt kommt Rio: Ausnahme-Dreiradsportler Hans- Peter Durst gilt als einer der Favoriten auf Gold im Einzelzeitfahren bei den Paralympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Das Rad für Rio bekam er von der BGN, die ihn seit einem schweren Wegeunfall vor 22 Jahren betreut.


Marc Bädorf ist Nachwuchsreporter der Paralympics Zeitung, die während der Paralympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro (7.–18. September) als Beilage in Tagesspiegel, ZEIT und Handelsblatt erscheinen wird.

Hans-Peter Durst ließ es sich nicht nehmen, mit seinem neuen Dreirad mehrere Runden um den Dortmunder Phoenixsee zu drehen. Dabei zog der Leistungssportler verwunderte Blicke der Spaziergänger auf sich, als er mit seinem neuen Sportgerät mit 40 km/h und mehr an ihnen vorbeiraste. Erst vor wenigen Stunden hatte ihm die BGN sein neues Rad für die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro überreicht.
Durst, der 2012 bei den Paralympics in London Silber im Einzelzeitfahren holte und amtierender Doppelweltmeister ist, gehört bei den Spielen in Rio de Janeiro zu den Favoriten auf Gold. Sein neues, von der BGN gesponsertes Rad könnte ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu einer Medaille werden. Bei der Radübergabe Anfang Mai vor der BGN-Bezirksverwaltung in Dortmund sagte er: "Ich bin stolz, dieses Rad fahren zu dürfen." Das Wort stolz verwendet er nicht oft.

Schon gleich erfolgreich mit dem neuen Rad
Das Rad ist passend zu den Spielen in den Rio-Farben gestaltet, erstmals ist der Rahmen aus Aluminium. Durst freut sich: "Es ist jetzt noch mal ein bis zwei km/h schneller." Den ersten Erfolg damit feierte er bereits kurz nach der Übergabe: Bei Wettkämpfen im italienischen Brescia holte er zweimal den ersten und einmal den zweiten Platz.
Auch sonst bereitet Hans-Peter Durst sich intensiv auf die Olympischen Spiele in Rio vor. Mit seinen Trainern hat er Streckenprofile der Kurse vor Ort erstellt und bereits ein Trainingslager auf Mallorca absolviert. Als oberstes Ziel möchte er "erstmal gesund in Rio an den Start gehen können".
Ein unverschuldeter Sturz vor den Spielen in London hätte ihn beinahe den Start gekostet. Silber holte er dann trotzdem. In Rio möchte er noch eins draufsetzen: "Wenn man als doppelter Weltmeister antritt, dann sollte man auch eine Medaille holen. Und die eine von denen glänzt nun mal am allerschönsten." Vielleicht ist Rio Hans-Peter Dursts letzte Chance auf paralympisches Gold. Mit 58 Jahren gehört er nicht zu den jüngsten Athleten.
1994 war Hans-Peter Durst, damals Geschäftsführer einer mittelständischen Brauerei, auf seinem Arbeitsweg verunglückt. Ein Fall, der durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt ist. Durst erlitt schwere Kopfverletzungen und massive Schädigungen am Bewegungsapparat. Seine Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit waren stark eingeschränkt. Er konnte nicht mehr arbeiten. Auch heute plagen ihn immer noch Kopfschmerzen.

Mit dem Sport ins Leben zurückgekämpft
Seitdem betreut und fördert ihn die BGN: Zuerst mit besonderer neurologischer Behandlung, dann sponserte sie dem begeisterten Sportler Durst 1998 sein erstes Dreirad. Neben der medizinischen und beruflichen Rehabilitation ist besonders die soziale Reha für die BGN wichtig. BGN-Pressesprecher Michael Wanhoff: "Der Sport hilft ihm. Er konnte sich wieder ein soziales Umfeld aufbauen und heute ist Hans-Peter Durst aufgrund seiner Popularität Vorbild und Motivator für andere. Er zeigt, dass Sport Mobilität und Lebensqualität nach einem Unfall steigern kann."

Hans-Peter Durst mit seinem neuen Paralympics-Rad an seiner Trainingsstrecke am Dortmunder Phoenixsee
Hans-Peter Durst mit seinem neuen Paralympics-Rad an seiner Trainingsstrecke am Dortmunder Phoenixsee


Hans-Peter Durst mit seinem neuen Paralympics-Rad an seiner Trainingsstrecke am Dortmunder Phoenixsee: "Ich bin stolz, dieses Rad fahren zu dürfen."


Vor seinem Unfall war Hans-Peter Durst begeisterter Radsportler. Als ihm dann ein Therapeut nach der Reha Dreiradfahren als Sport vorschlug, war er wenig begeistert. Irgendwann aber war der Leidensdruck groß genug, auch diese Hürde zu nehmen. Freunde nahmen ihn zu Breitensportveranstaltungen mit, zufällig kam der Kontakt zum Bundestrainer zustande. Durst packte der Ehrgeiz. Intensiv trainierte er, lief mit Nordic-Walking- Stöcken Marathon und absolvierte mehrere Triathlons. Und mit dem Training verbesserten sich Motorik und Koordination. Zur Weltspitze stieg er dann bei den Dreiradfahrern auf. Vor den Paralympischen Spielen 2012 in London gehörte er zu den Favoriten.
Dann der Schock: Ein betrunkener Radfahrer hatte ihn drei Wochen vor dem Paralympics-Start am Dortmunder Phoenixsee umgefahren. Hans- Peter Durst erlitt bei dem Unfall erhebliche Verletzungen an beiden Händen und einen Trümmerbruch des rechten Daumens, der operiert werden musste. Auch sein Rad wurde schwer beschädigt. Am Eröffnungstag der Spiele erhielt er dann von seinen Ärzten spät, aber noch rechtzeitig das Okay, in London starten zu dürfen. Mit geschientem linken Daumen und Stützverband am rechten Arm legte er im Einzelzeitfahren auf der 7,6-Kilometer- Strecke eine sensationelle Leistung hin: Er gewann die Silbermedaille. Nun hofft Hans-Peter Durst, dass ihm ein solches Unglück vor Rio erspart bleibt. Um mit dem neuen Rad die Goldmedaille zu holen.

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