22.08.2017, 05:45 Uhr » Versicherung/Leistungen
Bild: Stefan Kopp
Stefan Kopp

Ich krieg's jetzt wieder richtig gut gehoben

BGN hilft Unternehmer Stefan Kopp nach Arbeitsunfall, seine Arbeitskraft und damit seinen Betrieb zu erhalten

von Elfi Braun
Akzente 3/2006 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Seit dem Sturz von der Leiter war Stefan Kopps linkes Schultergelenk dauerhaft geschädigt. Durch das tägliche Heben in der Küche seines Catering-Unternehmens drohte das Gelenk allmählich zu versteifen. Das gefährdete nicht nur seine Arbeit in der Küche, sondern die Existenz seiner ganzen Firma. Die BGN half mit einer speziellen Maschine, die Stefan Kopp jetzt das schwere Heben abnimmt.


Stefan Kopp wollte nie ein Chef sein, der nur am Schreibtisch sitzt. Für ihn ist es wichtig, den Bezug zum Arbeitsalltag in seiner Catering-Firma und zu seinen Mitarbeitern zu halten. Seit der Gründung seines Unternehmens vor 12 Jahren arbeitet er auch in der kalten Küche mit und bekommt den täglichen Arbeitsablauf hautnah mit. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die 150 Liter Salatdressing und insbesondere die 200 bis 300 kg Dessert für die Mittagessen zu bereiten, die dann per Lieferwagen zu Kindertagesstätten und Schulen gehen. Auch als der Unternehmer vor fast 6 Jahren bei Bauarbeiten in seinem Betrieb von der Leiter fiel und sich das linke Schultergelenk mehrfach brach, nahm er so schnell es ging wieder seine gewohnte Arbeit auf.
Doch wie gewohnt ging ihm die Arbeit nach dem Unfall nicht mehr von der Hand. Täglich wurde er damals über mehrere Stunden ambulant therapiert - eine Kombination aus Massage, Schmerztherapie und Aufbau der Muskelkraft. Doch die Bewegungsfähigkeit des linken Armes insbesondere bei Hebebewegungen blieb stark eingeschränkt. Stefan Kopp erzählt: »Ich musste nach wie vor täglich die Zutaten für die Dressings und Desserts in die Mischmaschine hineingeben. Das bedeutet, 25 kg schwere Eimer und Säcke über den 1,30 m hohen Maschinenrand heben und ausleeren. Ich konnte die Gebinde aber gerade mal noch hüfthoch heben. Ich dachte mir alle möglichen Tricks aus, wie ich die Zutaten in die Maschine hinein- und nach dem Vermischen das fertige Produkt wieder aus dem Bottich herausbekam.«

300 kg Dessert sind zu schwer für Kopps Schulter
Aber auch durch den Einsatz eines Transportwagens, von dem aus er die Gebinde Richtung Bottichrand bugsierte, kam er um das Heben nicht ganz herum. Und das Heben von anderen erledigen zu lassen, das ging auch nicht. Stefan Kopp erklärt: »Catering ist Knochenarbeit und die Großküche eine Männerdomäne. Frauen können auf Dauer keine 200 bis 300 kg Dessertzutaten schleppen. Die Belastung der Kolleginnen beim Portionieren der fertigen Dressings und Desserts für die einzelnen Chargen ist schon groß genug.«
Stefan Kopp blieb also nichts anderes übrig, als sich
Bild: Stefan Kopp
weiter durchzubeißen. Derweil schritt der Zersetzungsprozess in seinem Schultergelenk kontinuierlich voran. Die Prognose der BG-Ärzte war eindeutig: Jede Bewegung des linken Arms unter Belastung würde das dauerhaft in seiner Bewegungsfähigkeit beeinträchtigte Schultergelenk weiter schädigen. Auf Dauer würde die Schulter komplett steif werden. Kopps Arbeit in der Küche stand auf dem Spiel - und damit das Schicksal der ganzen Firma. In kleinen Unternehmen kommt es auf jeden an - vor allem auf den persönlichen Einsatz des Chefs. Alles aufgeben, was er erfolgreich aufgebaut hat, das kam für den Unternehmer nicht in Frage. Den Bezug zum Alltag wollte er aber auch auf keinen Fall verlieren. Woher sollte er bloß die notwendige Entlastung für die Schulter bekommen? Die BG-Ärzte rieten zu einer technischen Lösung, die die BGN in Folge des Arbeitsunfalls als Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben übernehmen würde.

Seitdem Maschinen Stefan Kopp das schwere Heben abnehmen, ist seine Arbeitsfähigkeit wieder voll da.
Eine Perspektive tut sich auf
Daraufhin inspizierten und analysierten der Berufshelfer, ein Technischer Aufsichtsbeamter der BGN und der Betriebsarzt Kopps Küche und Arbeitsabläufe. Anschließend wurde recherchiert, welche technischen Möglichkeiten der Markt bietet. Meng- und Mischmaschinen mit kippbarem Bottich gibt es für den Einsatz in Großmetzgereien. Für Stefan Kopps Bedürfnisse waren sie zu groß. Auch viele ursprünglich angedachte Hebevorrichtungen hatten nach intensiver Prüfung einen Haken. Als optimale Lösung kristallisierte sich schließlich eine Mengmaschine mit kippbarem Bottich in Kombination mit einer automatischen Hebevorrichtung für das Ein- und Ausbringen der Zutaten heraus. Die 500 Liter fassende Edelstahl-Maschine wurde für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie entwickelt. Sie erfüllt also auch die hohen Hygieneanforderungen.
Beschickt wird die Mischmaschine über einen Automatiklader, der mit Zutaten gefüllte Schüttwagen hochhebt und den Inhalt in den schräg stehenden Bottich kippt. In umgekehrter Weise kann so auch das fertige Produkt aus dem Mischbottich zurück in die Schüttwagen entleert werden. Als Schüttwagen fungieren niedrige Wannenwagen, die für diesen Zweck mit einer speziell angefertigten Schütte nachgerüstet wurden.
Für Stefan Kopp ist die neue Maschine samt Hebevorrichtung eine Riesenerleichterung: »Meine Arbeitsfähigkeit ist wieder voll da und damit auch die Perspektive für den Fortbestand der Firma. Mit der Behinderung an Arm und Schulter muss ich leben, und das kann ich jetzt dank der Unterstützung durch die BGN auch.« Stefan Kopp kriegt's jetzt wieder richtig gut gehoben.

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