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Bild: Werner Rusche vor seinen Gasthaus
Werner Rusche vor seinen Gasthaus

Der kurze Traum von der Ewigkeit

Und wie die BGN einem Gastwirt half, das Überleben zu sichern

von Elfi Braun
Akzente 6/2004 | Magazin für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Rehabilitation

Werner Rusche ist Gastronom mit Leib und Seele. Dass er seinen Traumjob gegen einen Büro- und Lagerjob eintauschen musste, hängt mit einem schweren Verkehrsunfall zusammen, den er auf einer Dienstfahrt hatte. Und dass er mit 60 Jahren überhaupt noch einen Job gefunden hat und heute finanziell abgesichert ist, verdankt er der BGN.


Geschlossen« steht auf dem Schild an der Tür. »Die Ewigkeit« macht Zwangspause. Wehmütig sitzt Werner Rusche auf der Bank vor seiner Gaststätte, deren ungewöhnlicher Name mit ihrer langen Entstehungsgeschichte zusammenhängt. 10 Jahre hatte der gelernte Serviermeister gebraucht, um aus der Scheune eines verlassenen Bauernhofes im Bayerischen Wald seinen Lebenstraum von einer eigenen Speisegaststätte zu schaffen. Er erklärt: »Außer mir hat mit den Jahren keiner mehr daran geglaubt. Aber wenn man alles selbst macht und nebenher noch in der Gastronomie arbeitet, dann dauert es halt seine Zeit.«

Mein Leben verdanke icheinem Leitpfosten
Gedauert hat Werner Rusches Traum dann knappe 4 Jahre, bis zu einem Abend im Februar 2001. Auf dem Rückweg von der Auslieferung eines Mitternachtsbuffets geriet er bei Wildwechsel mit seinem Wagen auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und kam von der Straße ab. Der Wagen flog eine Böschung herunter, prallte gegen mehrere Bäume und wurde samt seinem Insassen von der Dunkelheit »geschluckt«. Die Außentemperatur betrug null Grad.
»Mein Leben verdanke ich einem Leitpfosten«, erzählt Werner Rusche. »Der war bei dem Unfall aus der Halterung geschleudert worden und lag auf der Fahrbahn. Ein Straßenwärter, der in der Nacht mit seinem Streufahrzeug unterwegs war, sah den Pfosten und hielt an. Er hörte zum Glück meine Hilferufe und kam nachsehen.«
Nachdem mehrere Feuerwehren Werner Rusche aus dem Fahrzeug befreit hatten, wurde er mit schweren Verletzungen an den Beinen und am Brustkorb und einer starken Unterkühlung ins nächste Krankenhaus gebracht. Die nächsten eineinhalb Jahre sah er seine Gaststätte nicht wieder. Während er in mehreren Kliniken und Reha-Einrichtungen behandelt wurde, versuchte anfangs seine Tochter, die vom Vater allein geführte Gaststätte weiter zu betreiben. Doch nach kurzer Zeit musste die voll berufstätige Frau aufgeben. Die Kassen der »Ewigkeit« blieben leer.

Der gescheiterte BG-Austritt hat mich gerettet
Bild. Werner Rusche bei der Arbeit
Werner Rusche erinnert sich: »Wenn ich die BGN nicht gehabt hätte, dann hätte es ganz schlecht ausgesehen. Ich bin heute froh, dass mich das Gesetz daran gehindert hatte, aus der BG auszutreten. Das hätte ich sonst als Sparmaßnahme gemacht.« Die BGN übernahm alle Behandlungskosten und zahlte dem selbstständigen Unternehmer vom ersten bis zum letzten Tag der medizinischen Rehabilitation Verletztengeld. Und auch als feststand, dass der heute gehbehinderte Mann nicht mehr an Herd und Tresen seiner Gaststätte zurückkehren kann, ließ ihn die BGN nicht hängen.
Werner Rusche erzählt: »Ich habe wegen meiner Behinderung Anspruch auf eine BG-Rente. Aber das hätte nicht gereicht. Ich hatte noch Schulden aus dem Kauf des Gehöftes. Und eine Altersrente bekomme ich erst mit 65. Ich musste also arbeiten. Doch wie eine Arbeit finden, wenn man eigentlich nur noch im Sitzen arbeiten kann?« BGN ging einen ungewöhnlichen Weg. Sie vermittelte dem mittlerweile fast 59-jährigen Gastronomen eine so genannte »Praxisorientierte Reintegrationsmaßnahme für Rehabilitanden« (PRR). Ungewöhnlich war der Weg deshalb, weil normalerweise ab dem 55. Lebensjahr eine Vermittlung in eine Integrationsmaßnahme nicht mehr erfolgt. Es waren fast 2 Jahre seit dem Unfall vergangen, als Werner Rusche beruflich noch einmal neu anfing. 9 Monate lang machte er sich - von der BGN mit einem Übergangsgeld unterstützt - im Berufs- förderungsinstitut fit für den Arbeitsmarkt. Er hatte Glück. Aus dem während der Maßnahme absolvierten Praktikum wurde dank Werner Rusches großem Engagement eine feste Stelle. 20 Stunden die Woche arbeitet er jetzt als Allround-Kraft in Büro und Lager eines Kosmetikversands. Er nimmt telefonisch Bestellungen entgegen, packt Versandpäckchen und macht sie postfertig. Ein Traumjob ist das nicht. Aber Werner Rusche kommt über die Runden und ist zufrieden. Noch zufriedener wird er sein, wenn das Schild »Geschlossen« an der Eingangstür wieder verschwunden ist und er seine »Ewigkeit« in guten Händen weiß.

Ohne eine feste Arbeit wäre Werner Rusche nach seinem schweren Arbeitsunfall nicht über die Runden gekommen. Die BGN half, dass er auch mit 60 Jahren noch eine Stelle fand.

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